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Ihr Fachanwalt für Erbrecht in München Ihr Fachanwalt für Erbrecht in München - Bernhard Klinger

Bernhard F. Klinger
Fachanwalt für Erbrecht, Spezialist für Pflichtteilsrecht, Spezialist für Testamentsgestaltung, zertifizierter Testamentsvollstrecker

Tel.: 089 2101020

Empfehlung durch FOCUS: „Top-Erbrechts-Anwalt mit hoher Fachkompetenz und Expertise im Erbrecht“

Empfehlung durch WIRTSCHAFTSWOCHE: „Eine der 25 Top-Kanzleien für Erbrecht bundesweit“

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Erfahrungen & Bewertungen zu Erbrecht München - Bernhard F. Klinger - Fachanwalt für Erbrecht

Testament und Erbvertrag

Jeder Bürger kann über sein Vermögen frei verfügen und mit einem Testament oder einem Erbvertrag zu Lebzeiten regeln, wer zu welchen Teilen einmal seinen Nachlass erben soll. Diese Testierfreiheit sollte jeder nutzen, der erkennt, dass die vom Gesetz geregelte Erbfolge seinem Willen nicht entspricht.

Das Wichtigste zum Testament in 30 Sekunden

  • Mithilfe eines Testaments haben Sie die Möglichkeit zu Lebzeiten nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen, welche Personen oder auch Organisationen eines Tages Ihren Nachlass erben sollen.
  • Wer auf ein eigenes Testament verzichtet, überlässt sein Vermögen nach der „gesetzlichen Erbfolge“. Dadurch können im Einzelfall nicht gewollte Vermögensübertragungen an unbeliebte oder unbekannte Verwandte, langwierige Streitereien in Erbengemeinschaften, und fatale finanzielle Probleme für Ehe- oder Lebenspartner entstehen.
  • Um rechtsgültig zu sein, müssen strenge Formalien beachtet werden. Verstößt man gegen diese Vorschriften, so ist das Testament ungültig.
  • Mit einem Erbvertrag kann ein Erblasser vereinbaren, wer den gesamten Nachlass oder Teile des Vermögens erhalten soll. Ein Erbvertrag erfordert die notarielle Form. 


Fachanwalt für Erbrecht, Bernhard F. Klinger erklärt im Nachfolgenden Video alles relevante zum Thema Testament






Fragen & Antworten zum Testament

Testament oder Erbvertrag?

Wer seinen letzten Willen niederlegen will, hat die Wahl zwischen folgenden Alternativen:

  • handschriftliches oder notarielles Testament
  • gemeinschaftliches Ehegattentestament
  • Erbvertrag

Wie unterscheiden sich Testament, Ehegattentestament und Erbvertrag?

  • Ein Einzeltestament kann jederzeit geändert und widerrufen werden; es tritt also keine Bindung des Testierenden an seinen letzten Willen ein. Bei Eheleuten, Partnern ohne Trauschein, kann dies aber auch von Nachteil sein, da eine Änderung des Testamentes „hinter dem Rücken“ des Ehe- oder Lebenspartners erfolgen kann. Hiergegen schützt nur ein gemeinschaftliches Testament oder ein Erbvertrag.
  • Der Erbvertrag führt dazu, dass eine spätere Aufhebung oder Änderung der getroffenen Anordnungen nur möglich ist, wenn alle Vertragspartner zustimmen. Der Erbvertrag ist also bindend, es sei denn, es wurde ein Rücktrittsrecht vorbehalten. Nachteilhaft am Erbvertrag ist, dass er notariell beurkundungspflichtig ist und hierdurch bei größeren Vermögen erhebliche Kosten ausgelöst werden.
  • Das Testament von Ehegatten kann nicht ohne Weiteres abgeändert, widerrufen oder aufgehoben werden. Notwendig ist entweder ein neues gemeinsames Testament beider Ehegatten oder – falls nur ein Ehegatte das Testament abändern will – ein notariell beurkundetes Widerrufstestament, das dem anderen Ehegatten zugestellt werden muss. Nach dem Tod des erstversterbenden Ehegatten kann der Überlebende die letztwillige Verfügung im Regelfall nur dann widerrufen, wenn sich im Testament ein Abänderungsvorbehalt findet. 

 

Welche Formalien sind bei einem privatschriftlichen Testament zu beachten?

Viele Menschen wählen zu Recht die einfache traditionelle Form des Testaments. Sie schreiben mit der Hand auf ein Blatt Papier „Testament“ oder „Mein letzter Wille“, geben sodann – in mehr oder weniger leserlicher Schrift – bekannt, wer welche Gegenstände oder Geldbeträge bekommen soll, notieren Ort und Datum und setzen die Unterschrift unter dieses Dokument. Fertig ist das Testament? Nicht ganz – es gilt dabei einiges zu beachten.

Privatschriftliches Testament rechtskräftig errichten

  • Beim privatschriftlichen Testament muss der gesamte Text eigenhändig geschrieben sein. Zweck der Handschriftlichkeit ist es, Fälschungen zu erschweren. Ein mit Schreibmaschine, Computer oder in Form eines E-Mails geschriebener Text ist deshalb kein gültiges Testament. Das Testament ist mit Vor- und Familiennamen zu unterzeichnen. Die Unterschrift muss den Text räumlich abschließen, um spätere Zusätze auszuschließen.
  • Der Testierende soll Zeit und Ort der Testamentserrichtung angeben. Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine Wirksamkeitsvoraussetzung. Die Angabe ist aber sehr sinnvoll, da bei Vorliegen mehrerer Testamente überprüft werden kann, welche letztwillige Verfügung die aktuellste und damit gültige ist.
  • Nachträge sind möglich, müssen jedoch nochmals (mit Ort und Datum) unterschrieben werden, um spätere Streitigkeiten über die Gültigkeit der ergänzten Passagen zu vermeiden.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Viele – von juristischen Laien formulierte – letztwillige Verfügungen sind mehrdeutig, widersprüchlich und unvernünftig formuliert. Der Grund hierfür ist die Unterschätzung der schwierigen erbrechtlichen Materie. Es ist dringend zu empfehlen, ein Testament nicht ohne fachliche Beratung zu errichten. Die Kosten hierfür machen nur einen Bruchteil eines langwierigen Erbschaftsstreites aus, der durch ein fehlerhaftes Testament ausgelöst werden kann.

Muss ein privates Testament vom Notar beglaubigt werden?

Nein. Während Erbverträge immer vor einem Notar beurkundet werden müssen, kann ein Testament auch handschriftlich errichtet werden. Ein solches Testament wird auch „privatschriftliches Testament“ genannt. Von einem notariellen Testament ist die Rede, wenn ein Erblasser seinen letzten Willen vor einem Notar errichtet.

 

Testierfähigkeit – Wer darf ein Testament schreiben?

  • Für die Erstellung eines letzten Willens muss eine Person („der Testierende“) „geschäftsfähig“ sein, er kann das Dokument nur „höchstpersönlich“ errichten.
  • Jugendliche können bereits ab 16 Jahren ihren letzten Willen niederlegen, müssen dies jedoch beim Notar tun.
  • Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder nach einem Unfall nicht in der Lage sind, ihre Handlungen und Erklärungen zu verstehen, können kein gültiges Testament mehr errichten.

Wann fehlt es an der Testierfähigkeit?

Testamente sind bei fehlender Testierfähigkeit unwirksam. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass im Regelfall Testierfähigkeit vorliegt und lediglich dann fehlt, wenn der Erblasser zu Lebzeiten an einer krankhaften Störung des Geisteszustandes, einer Geistesschwäche oder einer Bewusstseinsstörung gelitten hat. Beruft sich z.B. ein (übergangener) gesetzlicher Erbe auf Testierunfähigkeit des Erblassers, so hat das Nachlassgericht im Rahmen des Erbscheinverfahrens zu dieser Frage Beweis zu erheben. Die Beweislast trägt derjenige, der sich auf Testierunfähigkeit beruft.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Das Gericht holt in diesem Fall ein psychiatrisches und/oder neurologisches Gutachten ein und befragt Zeugen, die über den geistigen Zustand des Verstorbenen berichten können. Hierbei entsteht immer wieder die Frage, ob der behandelnde Arzt von seiner ärztlichen Schweigepflicht entbunden ist. Es ist unstreitig, dass der Erblasser diese Entbindung selbst vornehmen kann. Deshalb ist zu empfehlen, in der Verfügung von Todes wegen eine solche Schweigepflichtentbindungserklärung aufzunehmen.


Welchen Inhalt kann ein Testament haben?

Der Testierende kann in seinem Testament folgende Anordnungen treffen:

  • Einsetzung einer oder mehrerer Personen als Erben
  • Enterbung einzelner Personen
  • Bestimmung eines Ersatzerben einsetzen
  • Teilungsanordnungen für den Nachlassteilung unter Miterben
  • zeitlich befristete Einsetzung einer Person als Vorerben
  • Zuwendung einzelner Gegenstände als Vermächtnis
  • Auflagen für den Erben oder Vermächtnisnehmer
  • Testamentsvollstreckung zur Auseinandersetzung oder Verwaltung des Nachlasses einsetzen
  • familienrechtliche Anordnungen für minderjährige Kinder

 

 

Wie erfolgt die Einsetzung eines Allein- oder Miterben?

Gemäß § 1937 BGB kann der Erblasser in seinem Testament oder Erbvertrag einen oder mehrere Erben als seine Rechtsnachfolger bestimmen. Er kann dabei über seinen gesamten Nachlass verfügen oder auch nur über Teile davon. Im letzteren Fall gilt dann für den sonstigen Nachlass die gesetzliche Erbfolge.

Wie erfolgt die Enterbung einer Person?

Es ist auch möglich, dass ein Testament ausschließlich mit dem Ziel errichtet wird, eine bestimmte Person zu enterben. Es gilt dann die gesetzliche Erbfolge, bei der die ausgeschlossene Person nicht berücksichtigt wird.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Gehört die enterbte Person zum Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen, so stehen ihr gegen den Erben Pflichtteilsansprüche zu. Eine Entziehung dieses Pflichtteils ist nur unter sehr engen ‑ für die Praxis kaum relevanten ‑ Voraussetzungen möglich.

Warum ist eine Ersatzerbenregelung notwendig?

Besonders wichtig ist die Einsetzung eines so genannten Ersatzerben (§ 2096 BGB) für den Fall, dass der eigentlich eingesetzte Erbe vor dem Erblasser verstirbt oder nach dem Erbfall die Erbschaft ausschlägt mit der Folge, dass der Ausschlagende gemäß § 1953 Abs. 1 BGB für die Erbfolge nicht mehr berücksichtigt wird. Ohne ausdrückliche testamentarische Regelung muss durch Auslegung des Testamentes ermittelt werden, ob und wen der Erblasser als Ersatzerben bestimmen wollte.

Wozu dient eine Teilungsanordnung?

Der Erblasser kann so genannte Teilungsanordnungen treffen, wie die Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Miterben zu erfolgen hat. Erhält dabei ein einzelner Miterbe wertmäßig mehr als ihm eigentlich nach seiner Erbquote zustehen würde, muss er den anderen Miterben gegenüber einen Ausgleich zahlen, sofern im Testament nichts anderes geregelt ist.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Zu beachten ist, dass eine Teilungsanordnung nicht automatisch dazu führt, dass der Miterbe den ihm zugedachten Gegenstand vorab aus dem Nachlass erhält. Er muss vielmehr die Verteilung des gesamten Nachlasses abwarten, es sei denn, alle anderen Miterben sind damit einverstanden, dass er sich den Gegenstand aus dem Nachlass entnehmen darf. Will der Erblasser dies vermeiden, kann er ein so genanntes Vorausvermächtnis) anordnen.

Was kann vermacht werden?

Gegenstand eines Vermächtnisses kann jeder Vermögensvorteil sein. So kann der Erblasser festlegen, dass dem Vermächtnisnehmer bestimmte bewegliche oder unbewegliche Sachen zu übereignen sind, eine bestimmte Geldsumme aus dem Nachlass zu zahlen ist, eine Forderung zu übertragen ist, Schulden erlassen werden oder ein bestimmtes Nutzungsrecht eingeräumt wird. Das Vermächtnis kann sich auch auf einen sehr wertvollen Gegenstand beziehen, der den größten Teil des Nachlasses ausmacht.

Wer trägt die mit dem Vermächtnis verbundenen Belastungen?

Der Vermächtnisnehmer hat – sofern der Erblasser keine anders lautende Anordnung getroffen hat – die auf dem vermachten Gegenstand ruhenden Belastungen (Pfandrechte, Nießbrauch, Hypotheken) zu übernehmen.

Was ist ein so genanntes Vorausvermächtnis?

Der Erblasser kann auch einem von mehreren Miterben ein Vermächtnis zuwenden. Ein derartiges Vorausvermächtnis muss sich der Erbe dann nicht auf seinen Erbteil anrechnen lassen. Ist keine Anrechnung gewollt, empfiehlt sich eine so genannte Teilungsanordnung.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Ein rechtlich nicht angreifbares und damit Streit vermeidendes Vermächtnis erfordert in der Regel die Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht. Die Kosten einer qualifizierten Beratung sind immer niedriger als die Kosten eines langwierigen Erbprozesses.

Wann ist die Anordnung einer Auflage sinnvoll?

Mit einer Auflage kann in einem Testament dem Erben oder dem Vermächtnisnehmer eine Verpflichtung auferlegt werden, z. B. die Bestattung und Grabpflege zu übernehmen, sich um ein Haustier zu kümmern oder ein Grundstück zu verwalten.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Um sicherzustellen, dass die Auflage auch erfüllt wird, sollte im Testament ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden, dem die Aufgabe übertragen wird, die Erfüllung der Auflage sicherzustellen.

Aufbewahrung und Hinterlegung eines Testaments

Wer Wert darauf legt, dass das Testament nach dem Tod auch tatsächlich gefunden und beachtet wird, muss sich um einen sicheren Aufbewahrungsort und die leichte Auffindbarkeit kümmern. Die Aufbewahrung in einem Versteck, zum Beispiel im Umschlag eines Buches, ist nicht zu empfehlen, denn wenn die Angehörigen in diesem Umschlag nicht suchen und das Testament nicht finden, kann der letzte Wille nicht beachtet werden.

Tipp von Bernhard F. Klinger, Fachanwalt für Erbrecht und Spezialist für Testamentsgestaltung:

Die Hinterlegung in einem Banksafe stellt die Angehörigen, Freunde oder andere Erben ebenfalls vor ein gewaltiges Problem, denn um gegenüber der Bank nachweisen zu können, dass sie berechtigt sind, den Safe zu öffnen, müssen sie das Testament vorlegen.

Wer mit seinem Testament Personen enterbt, die nach der gesetzlichen Erbfolge zum Zuge gekommen wären, sollte dafür sorgen, dass nicht diese es sind, die das Originaldokument mit der niederschmetternden Botschaft auffinden. Ein unliebsames Stück Papier ist schnell spurlos verschwunden. Unproblematisch ist es dagegen, den Personen, die von einem Testament profitieren, schon zu Lebzeiten eine Kopie zu übergeben und zu vermerken, wo sich das Original befindet. Auch mündliche und schriftliche Hinweise gegenüber den eigenen Kindern oder nahestehenden Freunden, wo das Testament aufzufinden ist, sind sinnvoll. Während die Aufbewahrung zu Hause immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist, geht man mit der Hinterlegung beim Amtsgericht auf Nummer sicher. Die Kosten für diese Dienstleistung hängen vom Nachlasswert ab und sind relativ gering.



Auszeichnungen:

Magazin FOCUS
Magazin Wirtschaftswoche

Fachbuchautor:

Beck Verlag
Linde Verlag - Stern-Ratgeber

Mitglied:

Netzwerk Deutscher Erbrechtsexperten e.V.
Netzwerk Deutscher Testamentsvollstrecker e.V.