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Bernhard F. Klinger
Fachanwalt für Erbrecht, Spezialist für Pflichtteilsrecht, Spezialist für Testamentsgestaltung, zertifizierter Testamentsvollstrecker

Tel.: 089 2101020

Empfehlung durch FOCUS: „Top-Erbrechts-Anwalt mit hoher Fachkompetenz und Expertise im Erbrecht“

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Testament und Erbvertrag

Jeder Bürger kann über sein Vermögen frei verfügen und mit einem Testament oder einem Erbvertrag zu Lebzeiten regeln, wer zu welchen Teilen einmal seinen Nachlass erben soll. Diese Testierfreiheit sollte jeder nutzen, der erkennt, dass die vom Gesetz geregelte Erbfolge seinem Willen nicht entspricht.

Das Wichtigste zum Testament in 30 Sekunden

  • Mithilfe eines Testaments haben Sie die Möglichkeit zu Lebzeiten nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen, welche Personen oder auch Organisationen eines Tages Ihren Nachlass erben sollen.
  • Wer auf ein eigenes Testament verzichtet, überlässt sein Vermögen nach der „gesetzlichen Erbfolge“. Dadurch können im Einzelfall nicht gewollte Vermögensübertragungen an unbeliebte oder unbekannte Verwandte, langwierige Streitereien in Erbengemeinschaften, und fatale finanzielle Probleme für Ehe- oder Lebenspartner entstehen.
  • Um rechtsgültig zu sein, müssen strenge Formalien beachtet werden. Verstößt man gegen diese Vorschriften, so ist das Testament ungültig.
  • Mit einem Erbvertrag kann ein Erblasser vereinbaren, wer den gesamten Nachlass oder Teile des Vermögens erhalten soll. Ein Erbvertrag erfordert die notarielle Form. 


Fachanwalt für Erbrecht, Bernhard F. Klinger erklärt im nachfolgenden Video alles relevante zum Thema Testament






Fragen & Antworten zum Testament

Testament oder Erbvertrag?

Wer seinen letzten Willen niederlegen will, hat die Wahl zwischen folgenden Alternativen:

  • handschriftliches oder notarielles Testament
  • gemeinschaftliches Ehegattentestament
  • Erbvertrag

Wie unterscheiden sich Testament, Ehegattentestament und Erbvertrag?

Ein sog. Einzeltestament kann von der Person, die es errichtet hat, (auch sog. Testierender) gem. § 2253 BGB jederzeit vollständig oder auch nur in Teilen widerrufen werden. Der testierende Erblasser ist also an Einzeltestament nicht gebunden. Der Widerruf eines Einzeltestamentes durch Vernichtung oder Zerreißen (§ 2255 BGB) oder durch Errichtung eines neuen Testamentes (§ 2258 BGB) kann widerrufen werden. Einzeltestamente werden typischerweise von ledigen, geschiedenen oder verwitweten Personen errichtet.

Ein gemeinschaftliches Ehegattentestament können nur Ehegatten (§ 2265 BGB) und eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften errichten. Paare ohne Trauschein können nur in Form von zwei Einzeltestamenten oder durch einen notariellen Erbvertrag testieren. Die Besonderheit eines Ehegattentestamentes ist, dass es im Grundsatz her bindend ist (§ 2271 BGB).

Der Erbvertrag weist die Besonderheit auf, dass bereits mit Vertragsschluss eine sog. Bindungswirkung eintritt. Dies hat zur Folge, dass die Erbvertragspartner den Erbvertrag später einseitig, also ohne Mitwirkung des anderen Vertragspartners, nicht mehr aufheben oder abändern können. Diese Bindungswirkung des Erbvertrages kann teilweise eingeschränkt sein, wenn sich die Erbvertragspartner ein sog. Rücktrittsrecht für bestimmte Situationen vorbehalten haben. Ein Erbvertrag wird typischerweise von Paaren ohne Trauschein, die kein Ehegattentestament errichten dürfen, oder zwischen Eltern und Kindern abgeschlossen.

Während ein Einzeltestament und ein gemeinschaftliches Testament eigenhändig (§ 2247, § 2267 BGB) oder in notarieller Form errichtet werden kann, muss der Erbvertrag zwingend notariell beurkundet werden (§ 2276 BGB).

 

Welche Formalien sind bei einem eigenhändigenTestament zu beachten?

In der Praxis sehr weit verbreitet ist die Form des sogenannten eigenhändigen Testamentes i.S.d. § 2247 BGB, da dieser letzte Wille vom Erblasser relativ einfach errichtet werden kann.

  • Die Bestimmung des § 2247 Abs. 1 BGB sieht vor, dass der gesamte Wortlaut des Testamentes vom Erblasser selbst handschriftlich geschrieben und am Ende unterschrieben sein muss.
  • Gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert ist es, dass auch der Ort und das Datum der Errichtung angegeben werden, damit früher oder später errichtete Testamente richtig eingeordnet werden können.
  • Schriftstücke, die mit der Schreibmaschine oder mit einem Computer verfasst wurden, sind unwirksam, und zwar auch dann, wenn ein maschinenschriftliches Testament vom Erblasser von Hand unterschrieben ist.
  • Nach der Rechtsprechung liegt keine formwirksame Unterschrift vor, wenn der Erblasser seinen Familiennamen lediglich an den Anfang des Testamentes gesetzt hat.
  • Der Erblasser kann sein Testament jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt ändern oder ergänzen. Zu beachten ist aber, dass diese Änderungen wiederum unterzeichnet werden müssen. Auch hier empfiehlt sich, Ort und Datum der Änderung zu vermerken.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Viele – von juristischen Laien formulierte – letztwillige Verfügungen sind mehrdeutig, widersprüchlich und unvernünftig formuliert. Der Grund hierfür ist die Unterschätzung der schwierigen erbrechtlichen Materie. Es ist dringend zu empfehlen, ein Testament nicht ohne fachliche Beratung zu errichten. Die Kosten hierfür machen nur einen Bruchteil eines langwierigen Erbschaftsstreites aus, der durch ein fehlerhaftes Testament ausgelöst werden kann.

Muss ein privates Testament vom Notar beglaubigt werden?

Nein. Während Erbverträge immer vor einem Notar beurkundet werden müssen, kann ein Testament auch handschriftlich errichtet werden. Ein solches Testament wird auch „privatschriftliches Testament“ genannt. Von einem notariellen Testament ist die Rede, wenn ein Erblasser seinen letzten Willen vor einem Notar errichtet.

 

Testierfähigkeit – Wer darf ein Testament schreiben?

  • Für die Erstellung eines letzten Willens muss eine Person („der Testierende“) „geschäftsfähig“ sein, er kann das Dokument nur „höchstpersönlich“ errichten.
  • Jugendliche können bereits ab 16 Jahren ihren letzten Willen niederlegen, müssen dies jedoch beim Notar tun.
  • Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder nach einem Unfall nicht in der Lage sind, ihre Handlungen und Erklärungen zu verstehen, können kein gültiges Testament mehr errichten.

Können Minderjährige ein Testament errichten?

Ein handschriftliches Testament kann nur derjenige errichten, der volljährig und geschäftsfähig ist. Minderjährige können gem. § 2229 Abs. 1 BGB in notarieller Form testieren, wenn sie das 16. Lebensjahr vollendet haben. Die Zustimmung der Eltern zur Errichtung eines notariellen Testamentes ist nicht erforderlich. Minderjährige unter 16 Jahren sind somit nicht testierfähig.

Wann fehlt es an der Testierfähigkeit?

Testamente sind bei fehlender Testierfähigkeit unwirksam. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass im Regelfall Testierfähigkeit vorliegt und lediglich dann fehlt, wenn der Erblasser zu Lebzeiten an einer krankhaften Störung des Geisteszustandes, einer Geistesschwäche oder einer Bewusstseinsstörung gelitten hat. Beruft sich z.B. ein (übergangener) gesetzlicher Erbe auf Testierunfähigkeit des Erblassers, so hat das Nachlassgericht im Rahmen des Erbscheinverfahrens zu dieser Frage Beweis zu erheben. Die Beweislast trägt derjenige, der sich auf Testierunfähigkeit beruft.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Das Gericht holt in diesem Fall ein psychiatrisches und/oder neurologisches Gutachten ein und befragt Zeugen, die über den geistigen Zustand des Verstorbenen berichten können. Hierbei entsteht immer wieder die Frage, ob der behandelnde Arzt von seiner ärztlichen Schweigepflicht entbunden ist. Es ist unstreitig, dass der Erblasser diese Entbindung selbst vornehmen kann. Deshalb ist zu empfehlen, in der Verfügung von Todes wegen eine solche Schweigepflichtentbindungserklärung aufzunehmen.


Testierfreiheit - Welchen Inhalt kann ein Testament haben?

Der Testierende kann in seinem Testament folgende Anordnungen treffen:

  • Einsetzung einer oder mehrerer Personen als Erben
  • Enterbung einzelner Personen
  • Bestimmung eines Ersatzerben einsetzen
  • Teilungsanordnungen für den Nachlassteilung unter Miterben
  • zeitlich befristete Einsetzung einer Person als Vorerben
  • Zuwendung einzelner Gegenstände als Vermächtnis
  • Auflagen für den Erben oder Vermächtnisnehmer
  • Testamentsvollstreckung zur Auseinandersetzung oder Verwaltung des Nachlasses einsetzen
  • familienrechtliche Anordnungen für minderjährige Kinder

 

 

Wie erfolgt die Einsetzung eines Allein- oder Miterben?

Gemäß § 1937 BGB kann der Erblasser in seinem Testament oder Erbvertrag einen oder mehrere Erben als seine Rechtsnachfolger bestimmen. Er kann dabei über seinen gesamten Nachlass verfügen oder auch nur über Teile davon. Im letzteren Fall gilt dann für den sonstigen Nachlass die gesetzliche Erbfolge.

Wie erfolgt die Enterbung einer Person?

Es ist auch möglich, dass ein Testament ausschließlich mit dem Ziel errichtet wird, eine bestimmte Person zu enterben. Es gilt dann die gesetzliche Erbfolge, bei der die ausgeschlossene Person nicht berücksichtigt wird.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Gehört die enterbte Person zum Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen, so stehen ihr gegen den Erben Pflichtteilsansprüche zu. Eine Entziehung dieses Pflichtteils ist nur unter sehr engen ‑ für die Praxis kaum relevanten ‑ Voraussetzungen möglich.

Warum ist eine Ersatzerbenregelung notwendig?

Besonders wichtig ist die Einsetzung eines so genannten Ersatzerben (§ 2096 BGB) für den Fall, dass der eigentlich eingesetzte Erbe vor dem Erblasser verstirbt oder nach dem Erbfall die Erbschaft ausschlägt mit der Folge, dass der Ausschlagende gemäß § 1953 Abs. 1 BGB für die Erbfolge nicht mehr berücksichtigt wird. Ohne ausdrückliche testamentarische Regelung muss durch Auslegung des Testamentes ermittelt werden, ob und wen der Erblasser als Ersatzerben bestimmen wollte.

Wozu dient eine Teilungsanordnung?

Der Erblasser kann so genannte Teilungsanordnungen treffen, wie die Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Miterben zu erfolgen hat. Erhält dabei ein einzelner Miterbe wertmäßig mehr als ihm eigentlich nach seiner Erbquote zustehen würde, muss er den anderen Miterben gegenüber einen Ausgleich zahlen, sofern im Testament nichts anderes geregelt ist.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Zu beachten ist, dass eine Teilungsanordnung nicht automatisch dazu führt, dass der Miterbe den ihm zugedachten Gegenstand vorab aus dem Nachlass erhält. Er muss vielmehr die Verteilung des gesamten Nachlasses abwarten, es sei denn, alle anderen Miterben sind damit einverstanden, dass er sich den Gegenstand aus dem Nachlass entnehmen darf. Will der Erblasser dies vermeiden, kann er ein so genanntes Vorausvermächtnis) anordnen.

Was kann vermacht werden?

Gegenstand eines Vermächtnisses kann jeder Vermögensvorteil sein. So kann der Erblasser festlegen, dass dem Vermächtnisnehmer bestimmte bewegliche oder unbewegliche Sachen zu übereignen sind, eine bestimmte Geldsumme aus dem Nachlass zu zahlen ist, eine Forderung zu übertragen ist, Schulden erlassen werden oder ein bestimmtes Nutzungsrecht eingeräumt wird. Das Vermächtnis kann sich auch auf einen sehr wertvollen Gegenstand beziehen, der den größten Teil des Nachlasses ausmacht.

Wer trägt die mit dem Vermächtnis verbundenen Belastungen?

Der Vermächtnisnehmer hat – sofern der Erblasser keine anders lautende Anordnung getroffen hat – die auf dem vermachten Gegenstand ruhenden Belastungen (Pfandrechte, Nießbrauch, Hypotheken) zu übernehmen.

Was ist ein so genanntes Vorausvermächtnis?

Der Erblasser kann auch einem von mehreren Miterben ein Vermächtnis zuwenden. Ein derartiges Vorausvermächtnis muss sich der Erbe dann nicht auf seinen Erbteil anrechnen lassen. Ist keine Anrechnung gewollt, empfiehlt sich eine so genannte Teilungsanordnung.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Ein rechtlich nicht angreifbares und damit Streit vermeidendes Vermächtnis erfordert in der Regel die Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht. Die Kosten einer qualifizierten Beratung sind immer niedriger als die Kosten eines langwierigen Erbprozesses.

Wann ist die Anordnung einer Auflage sinnvoll?

Mit einer Auflage kann in einem Testament dem Erben oder dem Vermächtnisnehmer eine Verpflichtung auferlegt werden, z. B. die Bestattung und Grabpflege zu übernehmen, sich um ein Haustier zu kümmern oder ein Grundstück zu verwalten.

Expertentipp von Bernhard F. Klinger (Fachanwalt für Erbrecht in München): Um sicherzustellen, dass die Auflage auch erfüllt wird, sollte im Testament ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden, dem die Aufgabe übertragen wird, die Erfüllung der Auflage sicherzustellen.

 

Aufbewahrung und Hinterlegung eines Testaments

Wer ein handschriftliches Testament errichtet hat, kann grundsätzlich frei darüber entscheiden, wo er seinen letzten Willen aufbewahrt. Die Praxis zeigt aber, dass handschriftliche Testamente bei Eintritt des Erbfalls manchmal nicht mehr aufgefunden werden, da entweder der Testierende diese letztwillige Verfügung zu Hause nicht sorgfältig verwahrt hat oder dritte Personen das Testament gefunden und vernichtet haben.

Damit sichergestellt ist, dass ein eigenhändiges Testament nach Eintritt des Erbfalls gefunden und für die Erbfolge berücksichtigt werden kann, sollte eine testierende Person das Testament bei der Hinterlegungsstelle des örtlichen Nachlassgerichts zur Verwahrung abgeben. Damit ist gewährleistet, dass das Testament nach Eintritt des Erbfalls von Amts wegen eröffnet wird. Die Kosten für die amtliche Verwahrung sind relativ gering und betragen bei einem Nachlasswert von € 100.000,- lediglich einmalig € 51,75.

Ein notarielles Testament wird demgegenüber vom Notar immer an das Nachlassgericht zur amtlichen Verwahrung weitergeleitet und der Erblasser bekommt eine beglaubigte Abschrift der letztwilligen Verfügung ausgehändigt.

Tipp von Bernhard F. Klinger, Fachanwalt für Erbrecht und Spezialist für Testamentsgestaltung:

Nicht selten werden Testamente in einem Banksafe des Testierenden aufbewahrt. Dies ist nicht empfehlenswert, da der Erbe für die Öffnung des Banksafes gegenüber der Bank bzw. Sparkasse sein Erbrecht in Form eines Erbscheins nachweisen muss und die Erteilung des Erbscheins die Vorlage des Originaltestaments erfordert. Auch die Verwahrung in einem privaten Banksafe im Haus des Erblassers ist problematisch, da nach dem Erbfall immer wieder die Safeschlüssel unauffindbar sind.

Die Aufbewahrung eines Testaments beim Nachlassgericht hat noch den weiteren Vorteil, dass seit dem 01.01.2012 die gerichtliche Hinterlegung eines Testamentes beim Zentralen Testamentsregister registriert wird. Hierdurch soll das Auffinden eines Testamentes gesichert werden, damit das Nachlassgericht im Sterbefall schnell und vor allem richtig entscheiden kann. Weitere Informationen hierzu finden sich unter www.testamentsregister.de.



Auszeichnungen:

Magazin FOCUS
Magazin Wirtschaftswoche

Fachbuchautor:

Beck Verlag
Linde Verlag - Stern-Ratgeber

Mitglied:

Netzwerk Deutscher Erbrechtsexperten e.V.
Netzwerk Deutscher Testamentsvollstrecker e.V.